Aktuelle Informationen der Ansbacher Bürgerinitiative

EZT langt's“

"GIs & US-Basen"

Immer mehr GIs werden vermutlich in nächster Zeit unsere GI-Rights-Infos und Unterstützung brauchen. Die Obama-Regierung bespricht Pläne, mindestens 40.000 mehr US-Truppen nach Afghanistan zu schicken, wie erst am 27. September von Ramstein Air Base aus durch General McChrystal verkündet wurde. Viele der GIs werden von Basen in Deutschland nach Afghanistan geschickt; viele andere werden über Deutschland dorthin transportiert.

Durch den Widerstand der GIs in Deutschland,



z.B. André Shepherd, könnten deutsche SoldatInnen sich inspirieren lassen. Meines Erachtens ist es ja nur eine Frage der Zeit bis auch welche in der Bundeswehr Widerstand leisten und mit Kriegskritik an die Öffentlichkeit kommen, wie neulich Corporal Joe Glenton in der UK. Glenton wird bald wegen Verweigerung eines zweiten Einsatzes in Afghanistan vor ein Miltärgericht in UK kommen; trotzdem marschierte er am 24. Oktober an der Spitze der Friedensdemo in London.

Siehe: http://www.commondreams.org/headline/2009/10/24-3 und http://adoptresistance.blogspot.com/2009/10/awol-british-soldier-joe-glenton-leads.htmle.


12th Combat Aviation Brigade:

Die Einheit wird im Moment wieder in den Krieg geschickt. Einsatzgebiete sind Irak und Afghanistan gleichzeitig!

Meine 10jährige Tochter hat mich heute Vormittag auf "die Busse" aufmerksam gemacht. Insgesamt haben wir auf der Fahrt von Ansbach-Schalkhausen nach Katterbach 7 Reisebusse mit US-Soldaten in Uniform gesehen. Der Achte ist gerade leer in die Kaserne in Katterbach gefahren, um den nächsten Trupp zu holen. Waren aber wahrscheinlich nicht alle Busse, 



die heute fuhren. Die Busse waren teilweise US-Army-Busse, teilweise angemietete Busse von Unternehmen. Sie fuhren auf der B14 Richtung A6, d.h. sie wurden von Rammstein aus ausgeflogen.

Ähnlich war es beim Materialtransport. Hier fiel mir vor zwei Wochen ein LKW mit Anhänger auf, der von einer Spedition in Speyer angemietet war (Hatte 'ne schöne Werbung für BIO-Dämmstoffe an der Seite). Ebenfalls über Rammstein.

Mahnwachen vor der Kaserne:

Nach über dreißig wöchentlichen Mahnwachen sind wir jetzt über die Wintermonate auf monatliche Mahnwachen umgeschwenkt:

Jeden 1. Mittwoch im Monat.

Bei einer der letzten Mahnwachen beteiligte sich sogar ein US-Soldat aktiv an der Mahnwache. Kam in Zivilkleidung aus der Kaserne, meinte "Ich kenne meine Rechte als Soldat" und nahm sich eine unserer BI-Papptafeln. Der war stinkesauer über seinen Marschbefehl nach Afghanistan.



Immer mehr Ansbacher Polizisten "outen" sich als Fluglärmbetroffene, bzw. sind sauer, dass sie sich mit betrunkenen GI`s rumschlagen müssen. Kamen ja immer kurz zu den wöchentlichen Mahnwachen, um zu schauen, ob es uns gut geht und MP und Wachdienst keinen Stress machen. Auch der Zuspruch durch vorbeifahrende Bevölkerung oder US-Soldaten (!) nahm im Laufe der Zeit zu.


Ausweitung unseres Widerstandes:
Wir haben mittlerweile eine Ortsgruppe der BI in 
Bad Windsheim (US-Kaserne Illesheim, da sind die
Apache-Kampfhubschrauber der 12thCAB
stationiert), die dort aktiv ist und sogar schon ihre
Anliegen vor dem Bad Windsheimer Stadtrat
darlegen durfte.


In Ansbach-Obereichenbach, direkt neben dem
Flugfeld in Katterbach gelegen gründet sich im
Moment eine eigene Ortsgruppe der dortigen
Anwohner.



Am 17. Oktober waren wir in Grafenwöhr und haben
vor Tor1 eine Protestkundgebung gemacht. Insgesamt
zwar (viel!) zu wenig Leute, aber auch einige Vertreter
des Kreisverbandes der Grünen aus der Gegend und
die Leute vom ZUB (Zusammenschluss
umweltbewußter Bürger) mit vor Ort.
Haben auch Redebeiträge gehalten. Beim nächsten
Mal sind hoffentlich mehr Leute vor Ort.


Thematische Ausweitung unserer Proteste:
  • In der letzten Zeit hatten wir uns ja schwerpunktmäßig auf das Thema "Fluglärm" festgelegt. Durch den Abzug des Großteils der Hubschrauber in den Irak und nach Afghanistan fällt dieses Thema (zum Glück oder leider) in den nächsten 12 Monaten nicht mehr so stark ins Gewicht. Bei dem Thema Fluglärmbelastung waren wir aber insgesamt sehr erfolgreich.

  • Einstimmiger Stadtratsbeschluß des Ansbacher Stadtrates zur Reduzierung des Fluglärms - der bayerische Städtetag hat sich mit diesem Thema befasst - es gab im Herbst eine Sonder-Lärmschutzkommissionssitzung (da wird überlegt, wie man den Lärm schützen kann)

  • Die US-Armee sah sich genötigt aufgrund der zunehmenden Proteste einige Flugrouten zu verlegen, weswegen jetzt noch mehr Menschen vom Fluglärm betroffen sind und sich beschweren





  • Die Stadt Ansbach hat aus diesem Grund ein eigenes Diskussionsforum eingerichtet (Allerdings schwer zu finden unter www.ansbach.de - Bürgerservice - US-Armee – Forum).

  • - nach seinen eigenen Aussagen (hat mir eine Mail geschrieben) hat MdB Göppel (CSU) sich dafür stark gemacht, daß das Thema militärischer Fluglärm mit im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung drinsteht. Steht drin, allerdings sehr "luschig".

  • An den Häusern in Obereichenbach mehren sich Transparente bzw. BI-Fahnen, die sich gegen den Fluglärm aussprechen.

  • Wir waren in den letzten Monaten mehrfach mit dem Thema "US-Hubschrauberfluglärm" mit Fernsewberichten im Bayerischen Fernsehen

  • Bei unserer Aktion "lebende Lärmschutzmauer" während unserer letzten Aktionswoche im September beteiligten sich über 120 Leute (auf München hochgerechnet wären das ungefähr 2.500 Menschen)


Thema Ausbau der US-Kasernen:
  • Der 1. Bauabschnitt wird zügig vorangetrieben, viele Häuser stehen bereits. - der vorgesehene "höhenfreie Anschlußknotenpunkt" an der B14, um das neue Militärwohnghetto anzubinden stößt auf Widerstand im Ansbacher Stadtrat.

  • Im Moment hängt er in einer Warteschleife und vor dem Frühjahr wird da wohl nichts mehr passieren.

  • Letzte Woche stand im Bauauschuß der Bau eines US-Einkaufzentrums auf dem Urlas auf der Tagesordnung






  • Wir haben als Offene Linke Ansbach diesen Punkt hergenommen, um auf den zu erwartenden Kaufkraftverlust fürdie Ansbacher Geschäfte hinzuweisen. Das kocht gerade richtig schön hoch (Pressemitteilungen, Zeitungsartikel, Leserbriefe, viele kritische Diskussionen in der Bevölkerung). Der City-Marketing-Verband hat sich mit uns in dieser Sache solidarisiert und der CSU-Bürgermeister hat irritiert nachgefragt, ob die Offene Linke jetzt das Sprachrohr des City-Marketing-Verbandes sei.

  • Im Bauausschuss wurde dem Kenntnisnahmeverfahren nicht zugestimmt, solange die Verkehrsanbindung des Urlas nicht geklärt ist.


Thema Feinstaubbelastung und JP8-Treibstoff:
  • Wir haben in der BI jetzt eine JP8-Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema Auswirkungen des Militärtreibstoffes JP8 und den Folgen der Feinstaubbelastung befasst

  • Das ist ein sehr schwieriges Thema, da es bisher wenig dazu gibt



  • Falls jemand da weiterhelfen könnte, wären wir sehr dankbar!

  • Wir brauchen einen Liter JP8-Treibstoff, um ihn analysieren zu lassen.




Sonstige Vorhaben:
  • Wir beteiligen uns mit zwei Infoständen an der bundesweiten

  • Abstimmungsaktion zu Afghanistan

  • IVAW und MCN haben neues Material herausgebracht, was wir demnächst unter die (US-angehörigen) Leute bringen wollen




  • Wir wollen was machen zum Thema"Wirtschaftsentwicklung an Militärstandorten" (Kennt jemand gute Referenten zu dem Thema?)

  • Ähnliches zum Thema "Rüstungskonversion in Kleinstädten"

  • Ansonsten bleiben wir natürlich weiterhin dran!


Ansbach, November 2009