Die Verteidigung Deutschlands am HindukuschWas wollen wir in Afghanistan?
Veranstaltungsreihe mit Andreas Zumach

In Afghanistan findet ein Krieg mit deutscher Beteiligung statt. Dieser droht zu einer langjährigen Auseinandersetzung ohne Perspektive zu werden, mit der NATO und Deutschland als Kriegsparteien.
Dabei stößt die auf dem NATO-Gipfel Anfang April beschlossene weitere Ausweitung der Truppenstärke und der Kriegshandlungen in Afghanistan und inzwischen auch in Pakistan auf immer größere Kritik in der Öffentlichkeit. Zusätzliche 30.000 Soldaten wollen die USA in diesem Jahr nach Afghanistan entsenden. Die Bundeswehr kann mittlerweile bis zu 4.500 Soldaten am Hindukusch einsetzen. Beschlossen wurden damit auch weitere zivile Opfer - nahezu täglich berichten Medien darüber. Ein Strategiewechsel, wie ihn US-Präsident Obama für Afghanistan mit politischen und zivilen Maßnahmen forderte, wird auf diese Weise konterkariert.

Welche eigenen Interessen verfolgt die Bundesregierung am Hindukusch?
Sind die Interessen Deutschlands und Europas im Afghanistankonflikt identisch mit jenen der USA?
Was könnte und müsste Deutschland beitragen zu einer „Strategieänderung" in Afghanistan, die diesen Namen wirklich verdient? 
Welche Möglichkeiten hätten die Mitglieder des Bundestages, in diese Richtung zu wirken?
Was hindert die deutsche Regierung daran, jetzt Führungsstärke zu zeigen und einen eigenen Weg im Sinne des Friedensauftrages des Grundgesetzes zu gehen?

Dazu gehört vorrangig das deutliche Zurückfahren des militärischen Engagements, dessen Beendigung innerhalb weniger Monate, die Umsetzung einer Strategie der Zivilen Konfliktbearbeitung für Afghanistan und die Übernahme einer Vermittlerrolle Deutschlands sowohl zwischen den innerafghanischen Konfliktparteien als auch mit den Interventionsmächten.

Was wollen wir in Afghanistan?

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) beschäftigt sich als integraler Bestandteil der deutschen und internationalen Friedensbewegung intensiv mit Auswegen aus dieser katastrophalen Situation. Unser Ziel ist Frieden und Sicherheit für Afghanistan und die Beendigung der Militärintervention. Dieser seit 2001 geführte „Krieg gegen Terror“ kann nicht gewonnen werden da er immer wieder neue Gewalt hervorruft.

Andreas Zumach arbeitet im Palais des Nations, dem europäischen Hauptsitz der Vereinten Nationen in Genf als Korrespondent u.a. für die tageszeitung (taz) sowie für den Rundfunk. Am 7. März wurde dem langjährigen Mitglied der DFG-VK der mit 3000 Euro dotierte Göttinger Friedenspreis 2009 verliehen.
Zumach hat sich vor allem als Kritiker der sogenannten Präventivkriege in Serbien, Afghanistan und im Irak einen Namen gemacht: "Selten zuvor ist ein Krieg so intensiv gewollt und so langfristig und zielstrebig vorbereitet worden wie der dritte Golfkrieg. Selten wurde bereits in der Vorphase eines heißen Krieges das Völkerrecht so häufig und skrupellos gebrochen und wurde die Weltöffentlichkeit so intensiv und leider weitgehend erfolgreich manipuliert."(aus: Hans von Sponeck, Andreas Zumach: "Irak, Chronik eines gewollten Krieges").
Zumach warnt nachdrücklich davor, dass zur Sicherung der Ressourcen, aus denen der Energiebedarf der Welt gedeckt wird, „Präventivkriege“ in Zukunft Teil der Weltpolitik sein werden.

Bei einigen Veranstaltungen wird Andreas Zumach mit Bundestagsabgeordneten bzw. Kandidatinnen und Kandidaten für die diesjährige Bundestagswahl diskutieren.

Eine Veranstaltungsreihe der DFG-VK Baden-Württemberg.
24.6. Balingen, 20 Uhr. Veranstalter: Friedensnetzwerk Balingen. Kontakt: Friedensnetzwerk Balingen, Wolfgang Strasser, Tel: 0170-6371301, friedensnetzwerkbalingen@swol.de
25.6. Kirchheim/Teck. Diskussionsveranstaltung mit Andreas Zumach und Rainer Arnold, MdB, Veteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, 19.30 Uhr, Ärztezentrum (Seminarraum, 1. Stock) Kirchheim/Teck, Steingaustr. 13. Veranstalter: Arbeitskreis Asyl Kirchheim, Arbeitskreis Friedenswochen Nürtingen, DFG-VK Neckar-Fils, DGB-Ortsverband Kirchheim, Die Linke Kirchheim, Friedensinitiative Kirchheim (FINK), GEW Kreisverband Esslingen-Nürtingen, IG-Metall Kirchheim, Pax-Christi Kirchheim.
28.6. Freiburg, Theater Freiburg, Winterer Foyer, 11 Uhr. Podiumsdiskussion mit Gernot Erler (Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Freiburg), Andreas Zumach (UNO-Korrespondent, Genf), Masoud Farhatyar (Deutsch-Afghanische Initiative, Freiburg), Moderation: Anselm Oelze.
Kontakt: Max Heinke, Im Hausgarten 39, 79112 Freiburg, Tel. 07664/1373, mobil unter 0151/23521851.

10.7. Augsburg, Augustana-Forum, Im Annahof 4, 20 Uhr. Kontakt: Klaus Stampfer, Hauptstr. 23a, 86486 Bonstetten, Tel. 08293-1692, Handy 0172-8238 803
13.7. Erlangen, Gewerkschaftshaus, IG Metall-Saal, Friedrichstr. 7, 19 Uhr 30. Veranstalter: Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Gruppe Erlangen. Unterstützer: Erlanger Bündnis für den Frieden, gefördert v. Kultur- u.  Freizeitamt der Stadt Erlangen und dem H.-M.-Vogel Bildungswerk der DFG-VK Bayern. Kontakt: Manfred Diebold, Westring 19, 91462 Dachsbach
14.7. Nürnberg, Eckstein, Burgstr. 1-3, 19 Uhr. Veranstalter: DFG-VK Gruppe Nürnberg-Fürth, Nürnberger Evangelisches Forum für den Frieden im cfb e.V.(NEFF), Friedensinitiative Nürnberg Nordost (FINO) und Friedensmuseum Nürnberg

1.9. Mannheim
, DGB Haus Mannheim Hans-Böckler Str., Veranstalter: Friedensplenum Mannheim und DFG-VK, Mannheim
2.9. Karlsruhe, Bonhoeffer-Haus, Gartenstr. 29a. Mit Johannes Jung (MdB, SPD) und Karin Binder (MdB, Die Linke). Veranstalter: DFG-VK und Karlsruher Friedensgruppen
3.9. Frankfurt
4.9. Bad Kreuznach