Deutsche Friedensgesellschaft
Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen DFG-VK

Landesverband Bayern

Leserbrief zum Leitartikel „In den Schluchten von Afghanistan“ von Rainer Bonhorst auf Seite 2 in der Augsburger Allgemeinen vom 18./19.08.2007.

Die Bundeswehr hat sich in der Vergangenheit - zwar mit dem erheblichen finanziellen Aufwand von 460 Mio Euro pro Jahr- in Afghanistan hauptsächlich um ihre eigene Versorgung und um ihre eigene Sicherheit gekümmert. Die Patrouillen haben nicht weiter gestört und die Drogenbarone und Warlords konnten im Einsatzbereich der Bundeswehr machen was sie wollten. Militärisch ist sie für viele Afghanen kaum in Erscheinung getreten. In dieser Einsatzphase waren die Bundeswehr und deutsche Hilfsorganisationen auch kaum Objekt eines Angriffes.

Mit dem Einsatz der deutschen Tornados in Afghanistan wird die Bundeswehr jedoch zunehmend in den Krieg in Afghanistan mit einbezogen. Seit den Aufklärungsflügen der Tornados wurde nach Beobachtungen von Afghanistan-Experten die Zahl ziviler Opfer durch die Bombardierungen der Amerikaner vervielfacht. Die Einsätze im Rahmen von ISAF können auch nicht gerade als Friedenseinsätze bezeichnet werden. So gab die NATO die Zahl der von ISAF im Laufe des Jahres 2006 getöteten Zivilisten mit 1000 an, eine Angabe mit erfahrungsgemäß hoher Dunkelziffer.

Es geht auch nicht um die Verteidigung Deutschlands am Hindukusch, sondern um die vermeintliche Change auf einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat und dem Versuch bei den Großmächten mitspielen zu dürfen. Ein in Afghanistan eingesetzter Soldat kritisierte diese Politik und fügte hinzu "und wir werden dafür verheizt."

Je weiter die Bundeswehr in den Strudel der Irakisierung Afghanistans gezogen wird, desto schwieriger ist es wieder herauszukommen. Jetzt ist es höchste Zeit für einen Ausstieg. Dies wäre auch das richtige Signal zur richtigen Zeit. Von vielen Afghanen wird die derzeitige Regierung nicht als ihre eigene, sondern als von den Ungläubigen eingesetzt betrachtet. Die NATO wird als gewalttätige Besatzungsmacht wahrgenommen. Die derzeitige Politik der NATO-Staaten ist somit zum Scheitern verurteilt.

Für einen Bruchteil des Geldes den der Krieg dort kostet kann ein wirtschaftliches Aufbau-Programm gestartet werden. Die Afghanen haben über viele Jahrhunderte gesellschaftliche Strukturen und Institutionen entwickelt mit denen sie bis zur Einmischung der Großmächte ihre Angelegenheiten friedlich gelöst haben. Diese Strukturen lassen sich wieder beleben. Nur so kann in Afghanistan Frieden einkehren.

Klaus S.

Abgedruckt am Samstag, 25.08.2007

Afghanistan

Zum Leitartikel „In den Schluchten von Afghanistan“ von Rainer Bonhorst vom 18. August:

Je weiter die Bundeswehr in den Strudel der Irakisierung Afghanistans gezogen wird, desto schwieriger ist es wieder herauszukommen. Jetzt ist es höchste Zeit für einen Ausstieg. Dies wäre auch das richtige Signal zur richtigen Zeit. Von vielen Afghanen wird die derzeitige Regierung nicht als ihre eigene, sondern als von den Ungläubigen eingesetzt betrachtet. Die NATO wird als gewalttätige Besatzungsmacht wahrgenommen. Die derzeitige Politik der NATO-Staaten ist somit zum Scheitern verurteilt.

Für einen Bruchteil des Geldes den der Krieg dort kostet kann ein wirtschaftliches Aufbau-Programm gestartet werden. Die Afghanen haben über viele Jahrhunderte gesellschaftliche Strukturen und Institutionen entwickelt mit denen sie bis zur Einmischung der Großmächte ihre Angelegenheiten friedlich gelöst haben. Diese Strukturen lassen sich wieder beleben. Nur so kann in Afghanistan Frieden einkehren.

Klaus S.