Bericht, Fotos und Video zur Preisverleihung am 5. Juli 2026
Nürnberg: Der Landesverband Bayern der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen (DFG-VK) hat den „Anna-B.-Eckstein-Friedenspreis“ des bayernweiten Schulwettbewerbs „Sei Friedenskünstler*in” vergeben.
Mit dem 3. Schulwettbewerb Sei Friedenskünstler*in seit 2024 und der Vergabe des Anna-B.-Eckstein-Friedenspreises werden gewaltfreie Perspektiven des Miteinanders sowie Toleranz und Friedfertigkeit gefördert. Denn Frieden ist nämlich mehr als die Abwesenheit von Krieg. Frieden muss gewollt und gestiftet werden. Friedenskultur kann Wege in eine bessere Zukunft für alle Menschen aufzeigen, kann die Spirale der Gewalt durchbrechen und stellt eine Alternative zu Militarismus und gesellschaftlichen Konflikten dar. Dies spiegelt sich in den Kunstwerken und Stellungnahmen junger Menschen wider. Nicht nur wir als DFG-VK sind überzeugt: „Frieden macht Schule und Schule macht Frieden“.
Die Preisverleihung fand am Sonntag, dem 5. Juli 2026, in Nürnberg, der „Stadt des Friedens und der Menschenrechte”, statt. Fast 100 Personen waren im Nachbarschaftshaus Gostenhof anwesend. Insgesamt nahmen 25 Schulklassen aus 18 bayerischen Schulen am Wettbewerb teil. Es wurden rund 225 Kunstwerke ab der 5. Klasse eingereicht. Prämiert wurden 18 Werke, die in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit entstanden sind.
Mehrere Schüler*innen haben ihre Gedanken und Bildbeschreibungen zu ihren Gemälden, Zeichnungen, Collagen und Objekten schriftlich festgehalten. Einige Passagen aus ihren Bemerkungen veröffentlichen wir gerne:
„Wenn man in Nachrichten von Kriegen hört, dann geht es dabei meist um wichtige Entscheidungen von Politikern und Staatoberhäuptern oder um Probleme in der Wirtschaft“, so Frieda aus einer Schule in Friedberg. „Fast nichts erfahren wir dagegen von Menschen, vor allem von Kindern, die diese Krisen meist noch nicht einmal richtig verstehen, die davon betroffen sind.“
Philipp aus Scheinfeld meinte: „Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass der ganze Krieg keinen Sinn macht, und alle in Frieden leben sollen. Ich finde Frieden sehr wichtig für ein schönes Zusammenleben“
„Ich wollte zeigen, dass Unfrieden nicht nur Krieg sein kann. Mir ist wichtig, dass Menschen erkennen, dass auch Konflikte in der Familie oder im Umfeld Unfrieden sind. Frieden ist leider selten geworden. Aber wenn wir uns alle vielleicht verbünden, können wir den Frieden zurückbringen“, erkannte Charlotte aus Höchberg bei Würzburg.
Mona, ebenfalls aus Höchberg bei Würzburg schreibt über ihre Arbeit: „Wenn wir die Schönheit der Welt bewahren wollen, dürfen wir nicht wegsehen, wenn Hass, Gewalt und Spaltung entstehen. Denn alles, was friedlich, bunt und lebendig ist, bleibt nur bestehen, wenn Menschen bereit sind, es zu schützen.“
Johanna aus Türkheim zitiert Raymand Walden, Kosmopolit und Pazifist: „Frieden beginnt dort, wo wir aufhören, im Anderen den Feind zu sehen, und anfangen, den Menschen zu erkennen.“ Anmerkung: 80 Schüler*innen aus mehreren Klassen der Türkheimer Joseph-Bernhart-Gymnasium ist der Gruppenpreis gewidmet worden. Gemeinsam fertigten Schüler*innen Postkarten mit ahnlichen Motiven an unter dem Titel Aber einer sprach vom Frieden
„Das Bild bringt in eindrucksvoller Weise zum Ausdruck, dass es Mut und Stärke erfordert, sich für Frieden einzusetzen, da man auf Widerstände stoßen kann.“ schreibt Hannah, ebenfalls aus dem Türkheimer Gymnasium, „Frieden beginnt im Alltag und im Kleinen, z.B. in Situationen in der Schule, im Sportverein oder im Freundeskreis, wenn jemand ausgeschlossen wird, sowie in der Familie. Leider müssen viele Menschen auf der Welt wegen (unnötigem) Krieg leiden. Frieden ist eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für ein erfülltes und glückliches Leben der Menschen. Die Taube als Symbol für Frieden verkörpert für mich auf der Darstellung eine Friedlichkeit und Klarheit im Tun. Wir sollten uns nicht der Menge anschließen oder einfach wegschauen.“
Christian aus Cham erklärt: „Der Frieden ist etwas ganz Kostbares und Zerbrechliches, das sehen wir auch in der heutigen Zeit, da einige Regierungschefs sehr leichtfertig Kriege anfangen, ohne daran zu denken, welche Katastrophe dadurch ausgelöst werden kann. Es wäre schön, wenn der Frieden nicht nur ein Wort wäre, sondern wenn uns tagtäglich bewusst wäre, wie schön es ist, in den friedlichen Zeiten zu leben. Vielleicht sollte man seine Geschichte etwas besser kennenlernen, damit man vermeiden kann, die Fehler zu wiederholen, die schon vor 100 Jahren passierten und Millionen von Menschen das Leben gekostet haben.“
Die prämierten Arbeiten sind bis Mitte September im Kleinen Saal des Nachbarschaftshauses Gostenhof zu sehen, Auf unserer Internetseite gibt es mehr Informationen über den Wettbewerb, die Preisverleihung, die prämierten Werke und Aussagen der Schüler*innen: https://sei-friedenskuenstlerin.dfg-vk.de. Weitere Ausstellungen ab Herbst 2026 und im Jahr 2027 werden organisiert.
Der Kunstpreis für Schüler*innen ist nach der international wirkenden Coburger Pazifistin Anna B. Eckstein (*14.06.1868 in Coburg; † 16.10.1947) benannt. Ihren Namen tragen auch die Schule. Das Friedensmuseum in Meeder befindet sich in der Schule.
Schirmherrin der Veranstaltung ist Margot Käßmann, die verschiedene evangelische Leitungsämter innehatte. Sie begrüßte wertschätzend die Heranwachsenden mit einer Videobotschaft, in der es um Friedfertigkeit und das Zusammenleben geht.
Ein besonderer Dank geht an Birgitta Meier vom Friedensmuseum Nürnberg für ihren kunstgeschichtlichen Impulse, an Simone Föhl-Wais, die den Nachmittag moderierte, sowie an die jungen Musikerinnen Amelie und Moritz. Weiterhin bedanken wir uns beim Vorbereitungsteam der DFG-VK Bayern, den engagierten Kunst-Lehrer*innen, den unterstützenden Eltern und den Jurymitgliedern Victoria Bork, Fridtjof Knospe und Andrea Landwehr-Ratka.
Veranstalter sind der bayerische Landesverband der deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen (DFG-VK Bayern) und das “Helmut-Michael-Vogel-Bildungswerk für Friedensarbeit und Völkerverständigung“
(mj)




