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Thomas Rödl, Sprecher der DFG-VK Bayern, stellt die wichtigsten Argumente gegen die Stationierung der Mittelstreckenraketen vor – Dauer des Videos: 3min. 30sek. . Das Video wurde am 07.06.25 in Regensburg aufgenommen.


ARGUMENTE GEGEN DIE GEPLANTE STATIONIERUNG VON NEUEN MITTELSTRECKENRAKETEN

Die neuen Raketensysteme mittlerer Reichweite könnten auf dem Truppenübungsplatz bei Grafenwöhr in der Oberpfalz stationiert werden. Dort ist bereits die 41. Feld-Artillerie-Brigade der US-Army stationiert, die solche Raketensysteme bedienen kann. 48 bis 72 unterschiedliche Raketensysteme sind geplant. Die Waffen sind unter Kontrolle der US-Armee und werden ohne Mitwirkung der Bundeswehr eingesetzt. Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr wird damit zum hochrangigen Ziel für Präventiv- und Vergeltungsschläge im drohenden Atomkrieg.

Die Mittelstreckenraketen Folgende Waffensysteme sollen in Deutschland stationiert werden:

Hyperschallraketen „Dark Eagle“: „Long Range Hypersonic Weapon“. Reichweite 2700 – 3000 km, Geschwindigkeit bis 21000 km/h, abgefeuert von einer mobilen Abschussrampe. Der Sprengkopf ist im Endanflug manövrierbar, also schwer abzuschießen. Das System soll 2025 einsatzfähig sein. Voraussichtlicher Stationierungsort ist der Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz. Die dort stationierte Artilleriebrigade der US-Army kann das System bedienen. Stückzahl 16- 24 Systeme

Standard Missile 6 (SM 6): Ebenfalls ein Flugkörper mit ballistischer Flugbahn, Reichweite 1600 km, Geschwindigkeit größer als Mach 5. Die „Standard Missile“ wurde zur Bekämpfung von Zielen auf See und zur Abwehr von Flugzeugen und Flugkörpern entwickelt.

Tomahawk Marschflugkörper: Fliegt parallel zur Erdoberfläche, kann also vom Abwehr- Radar nicht erfasst werden; kann Umwege fliegen und ist mit 900 km/h eher langsam; Reichweiten 1700 – 2500 km.

Für SM 6 und Tomahawk sind mobile Abschussrampen (Typ „Typhon“) vorgesehen, die auch per Transportflugzeug kurzfristig nach Osteuropa verlegt werden können. Stückzahl SM 6 und Tomahawk: 32- 48 Systeme. Alle genannten Systeme sollen nicht mit Atomsprengköpfen bestückt werden. (Zunächst?)

Warum neue Mittelstreckenraketen?

„Im Ernstfall müssen NATO-Staaten auch selbst angreifen können, zum Beispiel um russische Raketenfähigkeiten zu vernichten, bevor diese NATO-Gebiet angreifen können, und um russische Militärziele zu zerstören, wie Kommandozentralen“ (so sprach Claudia Major, von der „Stiftung Wissenschaft und Politik“) Nach dieser militaristischen Logik muss die russische Militärführung ebenfalls versuchen, präventiv die Waffensysteme in Grafenwöhr zu zerstören. Ein permanenter Alarmzustand – auf beiden Seiten!

– wäre die Folge. Die Auslösung eines Atomkrieges wegen einer Fehlwahrnehmung wird wahrscheinlicher.

Bewertung

Wegen ihrer Reichweite, kurzen Flugzeiten, Zielgenauigkeit und Durchschlagskraft sind sie als strategische Waffen zu betrachten. Sie können russische Raketen, Kommandozentralen und Führungseinrichtungen in Moskau und anderswo zerstören. Diese Raketensysteme müssen als Angriffswaffen zum Zwecke der Entwaffnung und Enthauptung Russlands betrachtet werden: Zerstörung der Atomwaffen und Zerstörung der Führungseinrichtungen. Die Mittelstreckenraketen sind unter US-amerikanischer Kontrolle. Deutschland hat kein Mitbestimmungsrecht und wird zur Startrampe für den Atomkrieg.

Mit der Stationierung der Raketen in Deuschland haben die US- Streitkräfte einen strategischen Vorteil gegenüber Russland.

Neuer Rüstungswettlauf

Die russische Führung wird die Stationierung von neuen Mittelstreckenwaffen in Europa im Zusammenhang mit der umfassenden „Modernisierung“ der US-amerikanischen strategischen Atomwaffen betrachten:

Die U-Boot gestützten Raketen werden zielgenauer und mit Atomsprengköpfen mit geringerer Sprengkraft versehen; die US- Air Force will 100 Tarnkappenbomber „B21“ mit jew. 10 Hyperschall-Marschflugkörpern beschaffen; die US- Atombomben in Europa sollen in Zukunft von F-35 Tarnkappenbombern ins Ziel gebracht werden. Diese Waffenprojekte zielen auf die Fähigkeit zur präventiven Entwaffnung des Gegners. Auch Russland modernisiert seine strategischen Atomwaffen.

Im Krieg gegen die Ukraine hat Russland eine neue Mittelstreckenrakete getestet („Oreshnik“). Russische Mittelstreckenwaffen können aber keine Ziele in den USA erreichen. Raketen sind Magneten – für andere Raketen! Die Mittelstreckenraketen in Deutschland, wie auch die anderen Militärbasen und Kommandoeinrichtungen der US-Streitkräfte, werden zu wichtigen Angriffszielen im Rahmen des drohenden Atomkrieges.

Alternative: Rüstungskontrolle

Der INF-Vertrag von 1987 hat die Stationierung von landgestützten Raketen von mehr als 500 km Reichweite in Europa verboten. Russland hat seit 2014 atomare Marschflugkörper („Iskander“) mit angeblich mehr als 500 km Reichweite aufgestellt. Daraufhin haben die USA im Jahr 2019 diesen Vertrag gekündigt. Die Wiederinkraftsetzung des INF-Vertrages wäre ein wichtiger und notwendiger Schritt zur Verhinderung eines neuen Rüstungswettlaufes. Über die Frage der Reichweite russischer Waffensysteme muss im Rahmen des Vertrages verhandelt werden. Dabei könnten ExpertInnen aus neutralen Staaten mitwirken.

Wer will die Raketen?

Kanzler Scholz (inzwischen abgewählt) hat die Absicht der Stationierung im Juni 2024 bekannt gegeben. Nach einem Besuch bei US-Präsident Joe Biden (auch abgewählt). Die VolksvertreterInnen im Deutschen Bundestag haben über die Aufstellung von neuen Raketen nicht einmal debattiert, geschweige denn diese beschlossen.


FALTBLATT ZUR DEMO

dfg-vk-bayern.de/wp-content/uploads/2025/08/2025-Keine-MSR-Flyer.pdf


BERLINER APPELL

Wir unterstützen den Berliner Appell: Gegen neue Mittelstreckenwaffen und für eine friedliche Welt/ Nie wieder Krieg. Am 3. Oktober 2024 wurde auf der großen Demonstration der Friedensbewegung in Berlin der „Berliner Appell“ veröffentlicht. Er wendet sich gegen die geplante Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland.


INFOS UND MATERIAL

Politisches Material zur geplanten Stationierung von Mittelstreckenraketen (in Grafenwöhr und anderswo)


VORTRÄGE UND REDEN ZUR EINSCHÄTZUNGG UND BEWERTUNG DER GEPLANTEN WAFFENSASTEME

Vorträge und Reden zur Einschätzung und Bewertung der geplanten Waffensysteme

Juli bis Dezember 2025

Thomas Rödl / Neue Mittelstreckenraketen und 80 Jahre Hiroshima / Redebeitrag für die Hiroshima-Gedenkveranstaltung am 6. August 2025 in München / Mittelstreckenraketen werden eingeordnet in die Atomwaffenarsenale …


APRIL BIS JUNI 2025

Vorstellung der wichtigsten Argumente gegen die Stationierung der Mittelstreckenraketen in 3 1/2 Minuten. – beim Aktionstag in Regensburg. Sprecher: (Thomas Rödl), Unterschriftensammlung (Berliner Appell) und Informationsstand am Haidplatz


Ausführliche Präsentation „Frieden schaffen mit Angriffswaffen? Mittelstreckensysteme in Deutschland – gefährlich und destabilisierend!“ mit Jürgen Wagner, Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.


In Deutschland sollen wieder US-Mittelstreckenwaffen stationiert werden. Sie sind in ein umfassendes System zur Kriegsführung eingebettet. Die Hoffnung auf eine Revidierung der Vereinbarung durch US-Präsident Trump ist damit trügerisch. Autor*innen: Regina Hagen & Simon Bödecker


JANUAR BIS MÄRZ 2025

Vortrag von Bundeswehr Oberst a.D., Wolfgang Richter – „Aufbruch zum Frieden!, Anstöße zu einer notwendigen Diskussion. Argumente gegen die Stationierung von U.S. Mittelstreckenraketen in Deutschland


Eindrücke von der Demonstration in Wiesbaden am. 29.03.25 „Gegen die Stationierung neuer Mittelstreckenwaffen in Deutschland“ (Zusammenstellung von der DFG-VK)



29.03.2025: Demo in Wiesbaden – Abschlusskundgebung: Ann Wright (US-amerikanische Friedensbewegung) , Özlem Alev Demirel (MdEP, Die Linke) , Michael von der Schulenburg (MdEP, BSW), Regina Hagen (Kampagne Friedensfähig statt erstschlagfähig), Michael Müller (Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder!“, NaturFreunde) (FRIEDEN JETZT!)


PLAKATE FÜR GRAFENWÖHR


VORLAGE FÜR SHAREPICS UND PRINTGESTALTUNG