Medienmitteilung 18.11.2025
Absender: Die PazifistInnen – Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Landesverband Bayern, Frauenlobstr. 24 Rückgebäude, 80337 München
Betrifft: Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung steigt drastisch an!
Anlässlich der Beratungen im Deutschen Bundestag über die schrittweise Wiederinkraftsetzung der Wehrpflicht, teilt die Deutsche Friedensgesellschaft- Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Landesverband Bayern, folgendes mit:
Die DFG-VK verzeichnet eine Rekordzahl an Beratungen von Kriegsdienstverweigerern (KDV), die einen Antrag nach Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes stellen wollen.
Alleine im Oktober gingen hier 185 Anfragen nach KDV-Beratungen ein. Damit mehr als in den ganzen 12 Monaten vor August 2025. „Besonders stark stieg die Nachfrage von „Ungedienten“, aber auch die Zahl der Anträge von Reservisten stieg noch einmal deutlich an“ so Thomas Rödl, Landessprecher der DFG-VK Bayern. Auch in Gesprächen mit den Kolleginnen und Kollegen der evangelischen Beratungsstelle werde dieser Trend bestätigt. Einen deutlichen Anstieg an KDV-Anträgen erwarte er aber erst im nächsten Jahr, wenn die Bundeswehr alle Jugendlichen auffordern wird, einen Fragebogen auszufüllen.
Genauer schlüsselte die Zahlen Willi Rester, als Koordinator der bayerischen KDV-Berater, auf. 72% der KDV-Anfragen kommen mittlerweile von Ungedienten der Jahrgänge 1993 und jünger. Sie sind zwar nicht wehrpflichtig, erklären aber trotzdem, dass sie nicht gegen ihr Gewissen im Auftrag der Bundeswehr töten werden. Auch Väter und Mütter erkundigten sich. „Ich habe mein Kind nicht als Kanonenfutter auf die Welt gebracht“ zitierte er die drastischste Anfrage. Der Rest der Anträge komme vor allem von Reservisten und vereinzelt von (aktiven) Soldaten. Nach Meinung von Willi Rester seien gut die Hälfte der zur Durchsicht zugesandten Begründungen Misstrauenserklärungen gegen die militärgestützte Machtpolitik der BRD. Die Verweigerer thematisieren auch das Versagen von Gewalt zur Konfliktlösung und plädieren für Diplomatie und Verhandlungen.
Die DFG-VK berät bundesweit ehrenamtlich und kostenlos Kriegsdienstverweigerer. Rester erklärt, dass ihm kein Fall bekannt sei, dass ein von der DFG-VK Beratener jemals abgelehnt worden sei.
Dennoch steigt die Anzahl der Ablehnungen von KDV-Anträgen. Wurden nach Angaben des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) in 2022 nur 1/7 der Anträge abgelehnt, sind es mittlerweile fast ein Drittel. Willi Rester vermutet als Ursache vor allem völlig ungenügende 2-Zeilen- Begründungen, Texte die von sog. Künstlicher Intelligenz generiert wurden, oder zweifelhafte Vorlagen, die einfach von Internetseiten kopiert wurden.
Die PazifistInnen fordern alle Wehrpflichtigen auf, den Kriegsdienst zu verweigern!
Für Rückfragen:
Thomas Rödl: Tel. 089 89 62 34 46 oder 0163 494 1962
Willi Rester: Tel. 01522 733 2051
Weitere Infos zur KDV: https://dfg-vk-bayern.de/kdv/
