
Einladung zur Tagung am 21.11.2026, 13:00 Uhr
in Nürnberg, Nachbarschaftshaus Gostenhof
(Stand 20.09.2026)
Antimilitarismus in Zeiten von Krieg und Kriegsvorbereitung.
Gegen die Militarisierung von Schule und Hochschule!
Veranstalter: Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen, Landesverband Bayern, in Zusammenarbeit mit dem HMV-Bildungswerk für Friedensarbeit und Völkerverständigung, sowie weiteren UnterstützerInnen.
Die deutsche Bevölkerung soll wieder kriegstüchtig werden, weil die Regierungskoalition die Bundeswehr zur stärksten Militärmacht in Europa aufrüsten will. Ein wichtiger Ansatzpunkt für die Herstellung von Kriegsbereitschaft sind die Schulen sowie die Hochschulen und Universitäten. Mit dem Gesetz zur Förderung der Bundeswehr in Bayern wollte die CSU-geführte Staatsregierung die Hochschulen in Bayern zur Zusammenarbeit mit der Bundeswehr zwingen. Mit einer Popularklage gegen dieses Gesetz, angestrengt von der DFG-VK Bayern und der GEW, haben wir ein Urteil des bayerischen Verfassungsgerichtes erreicht. Darin wird die Freiheit von Forschung und Lehre an den Hochschulen und Universitäten verteidigt. Doch die Bundeswehr ist weiterhin an den Schulen mit Vorträgen und Unterrichtsmaterial vertreten.
Mit der Tagung wollen wir die Frage stellen, wie Friedensbewegung und Gewerkschaften der Militarisierung von Schule und Hochschule entgegentreten können.
Zeitablauf, Themen, Vorträge und Diskussionen, Inputs für Workshops
| 13:00 – 15:00 Uhr | Teil 1 – Vorträge und Inputs | |
| Vorprogramm | Die DFG-VK Bayern vergibt alle zwei Jahre den „Anna-B.-Eckstein-Friedenspreis“ des bayernweiten Schulwettbewerbs Sei Friedenskünstlerin | Video über die Preisverleihung 2026: Margot Käßmann sprach die Laudatio. Die Arbeiten der Schüler*innen werden gezeigt |
| Begrüßung | Vorstellung der Themen | Thomas Rödl |
| Einführung | Die Kosten des Krieges | Präsentation: Julian Mühlfellner |
Vortrag |
Militarismus in Deutschland – von den Wurzeln der Kriegstüchtigkeit. | Dr. Detlef Bald |
Vortrag |
Bundeswehr an Schule und Hochschule – Die Rechtslage in Bayern | Rechtsanwältin Adelheid Rupp |
Input |
Von der Zivilklausel zur Friedensforschung | Pascal Brandt, AK Zivilklausel, Uni Siegen |
Input |
Was tun, wenn die Bundeswehr an die Schule kommt? | Corinna Blume, GEW BaWü |
| 15:00 – 15:15 Pause | ||
| 15:00 – 17:00 Uhr | Teil 2: Diskussionsrunde und Workshops | |
| Diskussionsrunde | Gegen Militarisierung oder gegen Militarismus? | Moderation: Marian Janka, GEW |
| Workshop | Von der Zivilklausel zur Friedensforschung | Moderation: Maria Feckl, DFG-VK |
| Workshop | Wenn die Bundeswehr an die Schule kommt | Moderation: |
| 17:00 – 17:15 Pause | ||
| 17:00 – 19:00 Uhr | Teil 3: Plenum | |
| Input | Aktuelle Rolle der KDV | Klaus Stampfer, DFG-VK |
| Berichte von den Wörkshops | Nachfragen zu den Berichten | |
| Schlusswort | Thomas Rödl | |
| 19:00 | Ende der Veranstaltung |
Anmeldungen erbeten, ab sofort möglich: hmv@dfg-vk.de
Eintritt fei, Wir bitten um Spenden, Stichwort Tagung
Materialsammlung und Verlinkungen (Informationen zu den Referent*innen und Hintergründe zu den Themen)
Informationen zu den Referent*innen
Detlef Bald ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Militärhistoriker. Von 1971 bis 1996 war er wissenschaftlicher Direktor am Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr in München. Seit 1996 ist er als freiberuflicher Publizist schwerpunktmäßig im Bereich der Friedensforschung tätig, zudem zum Widerstand der Weißen Rose und zu Dietrich Bonhoeffer (AG „Frieden wagen“). (Infos aus Wikipedia) – Lesehinweis: WIE GEHT FRIEDEN? Erfahrungen eines Friedensforschers –
eine Zeitreise Bald-Detlef-Zeitreise2024-Mitarbeit.pdf
Adelheid Rupp studierte von 1979 bis 1983 Deutsch, Geschichte und Philosophie auf Lehramt an der Pädagogischen Hochschule Esslingen am Neckar (Abschluss: 1. Staatsexamen) und von 1987 bis 1992 Rechtswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach dem 2. Staatsexamen in Jura 1994 ist sie seit 1995 als selbstständige Rechtsanwältin tätig. (aus den Infos aus Wikipedia) Adelheid Rupp ist Rechtsanwältin des Bündnisses der Popularklage – initiiert von der DFG-VK Bayern und GEW Bayern – gegen das Gesetz zur Förderung der Bundeswehr in Bayern (Bündnis aus Wissenschaft, Gewerkschaften und Friedensorganisationen) – Nein zum Bundeswehr-Gesetz | GEW – Bayern
Corinna Blume, im GEW BW-Vorstand, Vorsitzende Arbeitsbereich Grundsatzfragen
Pascal Brandt studiert Lehramt (Gymnasium Gesamtschule) für Sozialwissenschaften und Philosophie.
Thomas Rödl, M.A. in Philosophie, Politologie und Psychologie), Sprecher des bayerischen Landesverbands der DFG-VK und ehrenamtlicher Geschäftsführer des Helmut-Michael-Vogel-Bildungswerks.
Material – zur Frage Militarismus – Antimilitarismus – Grundsätzliches
PazifistInnen betrachten Antimilitarismus als Teil ihres Selbstverständnisses, während AntimilitaristInnen sich häufig vom Pazifismus distanzieren. Dazu das Diskussionspapier. / https://www.h-m-v-bildungswerk.de/pdf/DiskPap-Antimilit-Pazifism-gest.pdf
Material zur Militarisierung an Hochschulen, der Zivilklausel und Friedensforschung
- Nachgefragt: Wie ist das mit den Zivilklauseln? – Wissenschaft & Frieden / Die Zivilklauselbewegung hat an deutschen Hochschulen einiges bewirkt – an über 60 Hochschulen gibt es Zivilklauselbeschlüsse. Doch vielfach versauern diese Beschlüsse unwirksam durch mangelnde Institutionalisierung, hochschulpolitische Interessen einer Vielzahl an Akteur*innen und zu geringer Normbegründung. In seinem Buch »Zivile Wissenschaft« hat Falk Bornmüller den Prozess der nachhaltigen Umsetzung einer Zivilklausel analysiert und spezifische Bedingungen für die Hochschullandschaft identifiziert. Interview mit Falk Bornmüller, der als Referent für Lehrerbildung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätig war.
- Informationsstelle Militarisierung (IMI) » AUSDRUCK (März 2025) mit dem Schwerpunkt: Zeitenwende in Bildung und Hochschule. Daraus ein Arbeitsauftrag zur Stärkung der Zivilität: Gegner/Kontrahenten verstehen – Legitime Interessen anerkennen Konfliktursachen suchen
– Konflikte friedlich lösen – Das Kriegshandwerk verlernen – Gewalt ächten – Jedes Leben wertschätzen – Den Planten erhalten - Popularklage – Verfassungsgericht stoppt Zwang zur Bundeswehr-Kooperation an Hochschulen – DFG-VK Bayern / Ein breites Bündnis aus 200 Kläger*innen hat vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof einen Teilerfolg erzielt. Das Gericht erklärte einen zentralen Passus des Gesetzes zur Förderung der Bundeswehr in Bayern für verfassungswidrig. Damit wurde der gesetzliche Versuch gestoppt, Hochschulen zur Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Bundeswehr zu verpflichten. ….
- Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt und Sicherheitsforschung (FOKS) – DFG-VK Bayern / Maria R. Feckl kritisiert die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Bundeswehr. Sie geht entsprechend detailliert auf Fragen zur Zivilklausel, zur Wissenschaftsfreiheit und zur FoKS (Bayerische Wissenschaftsallianz für Friedens-, Sicherheits- und Konfliktforschung) ein.
Material – Projekte – Verlinkungen: Frieden an die Schulen
- Ende September hat der Deutschlandfunk über das Thema berichtet. „Soldaten an Schulen – Aufklärung oder Rekrutierung?“ (Audio) Es gibt O-Töne von Michael Schulze von Glaßer, Martina Schmerr, Mark Ellmann und Anne Krug. Ein Beispielbesuch eines Offiziers, über den berichtet wird, kommt am Ende allerdings sehr gut weg. Aber insgesamt: ein guter ausgewogener Beitrag! Siehe: https://www.deutschlandfunk.de/soldaten-in-der-schule-aufklaerung-oder-rekrutierung-100.html //
- Friedensbildung an Schulen / gew-bw /// August 2026: Die GEW fordert, dass Friedensbildung verbindlich von der Grundschule bis zur Oberstufe in allen Schulformen verankert wird. …
- Warum PazifistInnen Militär ablehnen und gewaltfreie Alternativen anbieten: https://www.h-m-v-bildungswerk.de/index.php?ID=2 / auf der Seite http://www.abruesten.de/ finden Sie die populären und weit verbreiteten Einwände gegen die Forderung nach Abrüstung, und wie wir mit diesen Einwänden umgehen.
- pax christi – Kampagnen – Frieden in den Lehrplan – Eine Petition an die Bildungsministerkonferenz
Die aktuellen Kriege betreffen junge Menschen in besonderer Weise: … auch im Schulalltag spiegeln sich internationale Konflikte wie in der Ukraine oder in Nahost längst wider.
Junge Menschen haben ein Recht auf Mitsprache. Um dieses Recht gut informiert ausüben zu können und eine friedliche Zukunft aktiv mitzugestalten, brauchen sie die Chance, sich differenziert mit den Themen Krieg und Frieden auseinanderzusetzen. Forderungen:
1. Friedensbildung von der Grundschule bis zur Oberstufe in die Curricula aufnehmen
2. Friedensbildung in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften stärken
3. Mehr Fachleute für Friedensbildung an die Schulen, statt nur Jugendoffiziere der Bundeswehr - Friedenserziehung – Wikipedia Friedenserziehung, auch Friedenspädagogik oder Friedensbildung, ist eine bewusste Erziehung zum Frieden. Sie leitet dazu an, alle Gewalt fördernden Muster und Strukturen frühzeitig wahrzunehmen und in konfliktlösendes Verhalten umzuwandeln. Ziel ist die Überwindung des Krieges, ausgehend von der Erkenntnis, dass alle Kriege in den „Köpfen der Menschen“ entstehen (UNESCO, The Nature of Conflict, 1958) …
