Zur Kriegsdienstverweigerung
In den letzten Monaten haben die Anfragen nach Infos über Kriegsdienstverweigerung sprunghaft zugenommen. Über den link: https://dfg-vk-bayern.de/kdv/ finden InteressentInnen die allgemeinen Infos zur Verweigerung, sowie die neu eingerichtete Mailadresse: kdv-bayern@dfg-vk.de für konkrete Anfragen.
Scheibchenweise wird die Wehrpflicht wieder eingeführt. Derzeit werden die ersten Aufforderungen zur Ausfüllung eines Online-Fragebogens verschickt. Hier finden sich Hinweise zum Umgang: https://dfg-vk-bayern.de/verweigert-den-kriegsdienst/
In der nachfolgend einkopierten Mitteilung der DFG-VK Bayern vom Februar 2026 bewertet der Koordinator der bayerischen KDV-Berater, Willi Rester, den schleppenden Umgang mit den Anträgen auf Kriegsdienstverweigerung:
DFG-VK vermutet Behinderung der Kriegsdienstverweigerung durch Bundeswehr
Verschleppte die Bundeswehr die Bearbeitung von KDV-Anträgen, um Bundesverteidigungsminister Pistorius die Freude über gestiegene Bewerberzahlen zur Bundeswehr nicht zu verderben? Das vermutet Rester Willi, einer der SprecherInnen der DFG-VK Bayern.
7691 Anträge auf Anerkennung auf Kriegsdienstverweigerung wurden in 2025 bei der Bundeswehr eingereicht. Die Anerkennungsbehörde für Kriegsdienstverweigerungen, Bundesamt für zivilgesellschaftliche Aufgaben, gab jedoch nur eine Zahl von 3887 eingegangenen KDV-Anträgen bekannt. 2831 hat sie im Auftrag des Staates geprüft und anerkannt. Zwar immer noch ein Plus von 72% zum Vorjahr, aber ein gewaltiger Rückstau. Die DFG-VK ist eine der anerkanntesten Beratungsorganisationen zu diesen Thema. Sie wurde im Januar von etliche KDV-Antragsstellern informiert, dass deren schon im Herbst gestellter Antrag erst im Januar an das BAFzA zur Entscheidung weitergeleitet worden ist. Satte 17 Wochen brauchte z.B. das Karrierecenter München, um die Vollständigkeit von 4 Zetteln festzustellen. Wenn die Bundeswehr mit dem Anerkennungsverfahren eines Grundrechtes überfordert ist, sollte sie diese Aufgabe an eine zivile Behörde abgeben, so Rester.
Dass gut ein Viertel der KDV-Anträge nicht weitergeleitet werden zur Prüfung durch das BAFzA, weil schlecht oder gar nicht beratene Militärunwillige fehlerhafte oder unvollständige Anträge eingereicht hatten, ist bekannt. Zudem schob die Bundeswehr einen Berg an Musterungen vor sich her, die bis letztes Jahr noch Voraussetzung für die Weiterleitung eines KDV-Antrages waren. Trotzdem müssen 1900 Antragsteller unnötig lange warten, um ihr im Grundgesetzt zugestandenes Recht in Anspruch nehmen zu können.
Als sich 2024 wieder ein stark steigendes Interesse an Kriegsdienstverweigerung abzeichnete, haben Willi Rester und seine Mitstreiter Klaus Stampfer und Harald Will die KDV-Beratung der DFG-VK Bayern wieder aufgebaut. Alle drei haben schon vor der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 KDV-Interessierte beraten, zum Teil schon seit 1972. 530 Anfragen zum Thema haben die DFG-VK Bayern im letzten Jahr erreicht, davon alleine 400 im letzten Jahresdrittel. Um diesen Ansturm zu bewältigen, wurden von ihnen auch 20 weitere KDV-Beraterinnen und -Berater ausgebildet. Für diese Ausbildung lagen bis Weihnachten 2025 bereits weitere 50 Anmeldungen vor. „Der Fragebogen kann kommen“, so Stampfer. Allgemein rechnet die Friedensbewegung mit einer stark steigenden Nachfrage nach KDV-Beratung, wenn die ersten Fragebögen der Bundeswehr verschickt werden. „Wenn etlichen Jugendlichen bewusst wird, dass sie im Spannungs- und Kriegsfall zum Waffendienst eingezogen werden können, werden sie der Kriegstüchtigkeit ihren ganz persönlichen Riegel vorschieben.“
Harald Will ist einer der Altgedienten unter den KDV-Beratern. Der 72jährige hat schon in den 80er und 90er Jahren beraten. Während er früher die nötigen Informationen persönlich bei Gruppenabenden gab, macht er das heutzutage per E-Mail. „Es hat schon seine Vorteile, dieses Medium zu nutzen“, sagt er, „man ist flexibler bei der Beantwortung der Anfragen und die Leute haben die Informationen zum Nachlesen“.
Bei der DFG-VK beraten aktuell bundesweit 120 Ehrenamtliche, die KDV-Anfragen kostenlos, aber engagiert. Erste Informationen sind einsehbar auf www.verweigern.info. Dort sind auch die Kontakte zu KDV-Beratungsstellen aufgelistet. U. a. kdv-bayern@dfg-vk.de
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