Liebe Friedensfreund*innen, die ihr mit uns die letzten 2 Monate solidarisch wart,
wir haben es geschafft – der Stand des Helmut-Michael-Vogel-Bildungswerks der DFG-VK wurde nun endlich von Herrn Schaumann am Zamanand Festival genehmigt. Damit konnten wir ein Zeichen für Pazifismus und Kriegsdienstverweigerung setzen, das in diesen Zeiten so dringend nötig ist.
Der Stand war gut besucht und wir konnten viele interessante Gespräche führen.
Es war ein längeres und anstrengendes Tauziehen mit diversen Mailwechseln und Telefonaten. Der Vorwurf, wir könnten den „Antisemitismus berühren“, wurde zurückgenommen.
Solidaritätserklärungen befreundeter Organisationen auf Ihren Kanälen bis hin zu der Anfrage der Partei Die Linke an den Oberbürgermeister, haben uns in dieser Zeit ungemein unterstützt, und zu diesem gemeinsamen Erfolg ganz wesentlich beigetragen.
Herzlichen Dank für Eure Unterstützung!
Mit friedlichen Grüßen
Thomas Rödl, Sprecher der Ortsgruppe DFG-VK München

Bericht Zamanand München, 17.09.2026
Wie seit vielen Jahren wollte sich die DFG-VK München mit einem Informationsstand am „Zamanand“ Festival (20. Und 21.6.2026, München Ludwigstraße) beteiligen.
Vor zwei Jahren wurde das Münchner Friedensbündnis und die Freidenker nicht mehr zugelassen, vorher schon wurde die Junge Welt und die SDAJ rausgekickt. Im vergangenen Jahr waren wir die letzte Friedensorganisation.
Der Veranstalter hat uns die Teilnahme für das Juni-Zamanand verweigert. Zur Begründung erklärte Herr Michael Schaumann, „Dazu gehört auch, dass wir als Veranstalter*innen Inhalte, Botschaften und öffentliche Auftritte besonders sorgfältig prüfen, wenn diese sensible politische Konflikte oder Antisemitismus berühren.“ „Diese Entscheidung ist keine pauschale Bewertung Ihrer gesamten Arbeit und auch keine Absage an friedenspolitisches Engagement. Sie betrifft ausschließlich die konkrete Teilnahme am Zamanand Festival und unsere Verantwortung für den Charakter, die Sicherheit und die öffentliche Wahrnehmung der Veranstaltung.“
Der Sprecher der DFG-VK Gruppe München, Thomas Rödl äußerte sich dazu: „Die Unterstellung, unser Informationsstand gefährde die Sicherheit des Festivals, ist völlig absurd. Wir präsentieren unser Informationsmaterial und laden die Besucher*innen ein, mit uns zu diskutieren; das geschieht immer in höflicher und respektvoller Form. In über 10 Jahren Beteiligung am Zamanand- bzw. Streetlife- Festival gab es keinerlei sicherheitsrelevante Zwischenfälle“.
Thomas Rödl: „Natürlich berühren unsere Beiträge „sensible politische Konflikte“, insofern wir uns kritisch gegen Militarismus, Aufrüstung und Kriegspropaganda äußern. Es gehört ja gerade zum Wesen der Demokratie, dass zu umstrittenen politischen Themen auch kontroverse Meinungen vorgetragen werden. Die VeranstalterInnen des Zamanand-Festivals maßen sich also an, festzulegen, welche „sensiblen politischen Themen“ öffentlich angesprochen werden dürfen, und welche nicht!“
Rödl sieht die DFG-VK München dem Vorwurf des Antisemitismus ausgesetzt, ohne dass die Veranstalter des Zamanand Festivals dies offenlegen. Er vermutet: „Anscheinend sehen sie das Thema Antisemitismus durch unsere Forderung ‚Keine Waffenlieferungen an Israel‘ berührt. Wir wehren uns aber dagegen, dass man uns wegen dieser Forderung antisemitische Motive unterstellt.“
Beim letztjährigen Festival haben AktivistInnen der DFG-VK eine Protestpostkarte mit dem erwähnten Slogan: “Keine Waffenlieferungen an Israel“ verteilt. Daraufhin gab es eine Mitteilung der CSU- Stadtratsfraktion mit der Unterstellung von antisemitischen Motiven. Nach einer ausführlichen Stellungnahme unsererseits, die auch an den Zamanand-Veranstalter ging, hat die CSU- Fraktion dieses Thema nicht weiterverfolgt. Unsere Materialien und Aktivitäten sind selbstverständlich durch die Meinungsfreiheit abgedeckt.
Die von den Zamanand-Veranstaltern verwendete Formulierung „Auftritte berühren den Antisemitismus“ sei geschickt gewählt, aber auch besonders infam, sagt der Sprecher der DFG-VK München: „Uns wird damit Antisemitismus unterstellt, ohne dass man einen konkreten Beleg dafür beibringt.“
Darauf folgten diverse Mailwechsel mit Herrn Schaumann.
Zudem erfolgten diverse Unterstützungsaktionen befreundeter Organisationen. Dabei sind besonders hervorzuheben:
- Ein Briefwechsel von Shelly Steinberg, Jüdin und Mitglied der JPDG (Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe mit Herrn Schaumann.
- Artikel in der Jungen Welt
- Beiträge auf den sozialen Medien, u.a. durch Kerem Schamberger, medico, Shelly, die Linke, StreetOpsMusic, Klimanetz und andere.
- Radio Lora Interviews
- Der Rückzug des Klimanetzwerkes vom Zamanand für das September Zamanand (unser Ausschluss war ein Grund von mehreren)
- Eine kleine Anfrage der Partei Die Linke an den Oberbürgermeister.
Herr Schaumann nahm im Zuge des Mailwechsels den Antisemitismusvorwurf zurück.
Daraufhin meldete die DFG-VK München sich als Helmut-Michael-Vogel-Bildungswerk für das September-Zamanand an.
Wieder versuchte Herr Schaumann die Anmeldung zu verhindern. Dieses Mal durch unerfüllbare Auflagen. U.a. keine Auslegung von Kampagnenmaterial (jeder Flyer ist Kampagnenmaterial) sowie der Standbeitrag bleibt auf das angemeldete Thema beschränkt (als ob wir die Leute, die mit uns reden, auf ein Thema festnageln könnten).
Daraufhin wurde von Maria Feckl nochmal ein klärendes Telefonat geführt. Die Auflagen wurden reduziert und der Stand endlich genehmigt.
Damit konnten wir ein Zeichen für Pazifismus und Kriegsdienstverweigerung setzen, das in diesen Zeiten so dringend nötig ist. Der Stand war gut besucht und wir konnten viele interessante Gespräche führen.
