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Stand 17.05.2026: In Grafenwöhr ist eine Kundgebung geplant. alle nötigen Informationen (Busfahrt, Medienmitteilung, Programm und Trägerkreis) folgen zeitnah! Es gibt einen neuen Trägerkreis. Es fährt ein Bus aus Nürnberg und in Planung ist ein Bus aus München.
Medienmitteilung der DFG-VK Bayern, 06.05.2026
Absender: Die PazifistInnen – Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Landesverband Bayern, Frauenlobstr. 24 Rückgebäude, 80337 München
Friedensfest in Grafenwöhr
Die DFG-VK Landesverband Bayern begrüßt die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, keine Mittelstreckenraketen in der Bundesrepublik Deutschland zu stationieren. Die PazifistInnen äußern sich erleichtert, dass keine erstschlagsfähigen Mittelstreckenwaffen auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr stationiert werden sollen.
Wenn diese Entscheidung ernsthaft und dauerhaft sein soll, muss die 41. Feldartilleriebrigade der US-Army, die in Grafenwöhr stationiert ist, abgezogen werden. Diese Brigade ist die einzige Einheit der US-Army in Europa, die Lenkwaffen mittlerer Reichweite einsetzen kann. (nach eigenen Angaben: www.41fab.army.mil/ )
Die DFG-VK fordert die Bundesregierung, den US-Präsidenten Trump und den russischen Präsident Putin auf, keine Raketen mit Reichweiten über 500 km aufzustellen. Das würde bedeuten, die Bestimmungen des sog. INF-Abkommens zu beachten, das 2019 von den USA gekündigt wurde. Die Wiederinkraftsetzung dieses Vertrages wäre ein wichtiger Schritt zur Deeskalation im Konflikt mit Russland.
Die DFG-VK Bayern ruft dazu auf, am 30.5. in Wiesbaden gegen alle deutschen und europäischen Aufrüstungsprojekte zu demonstrieren. Aus der geplanten Demonstration und Kundgebung am 30.5. unter dem Motto „Keine Raketen nach Grafenwöhr“, soll ein Friedensfest werden.
Für Rückfragen: Thomas Rödl, Geschäftsführer – Fon (ab 13 Uhr ) 0163 494 1962
www.keine-raketen-nach-grafenwoehr.de / https://wiesbadener-buendnis.de/
Hier finden Sie Informationen und Argumente gegen die geplante Stationierung von neuen Mittelstreckenraketen
Die neuen Raketensysteme mittlerer Reichweite könnten auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz stationiert werden. Dort ist die 41. Feld-Artillerie-Brigade der US-Army stationiert, die einzige in Europa, die solche Raketensysteme bedienen kann. 48 bis 72 Einheiten der drei unterschiedlichen Raketensysteme sind geplant. Die Waffen sind unter Kontrolle der US-Army und werden ohne Mitwirkung der Bundeswehr eingesetzt. Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr wird damit zum hochrangigen Ziel für Präventiv- und Vergeltungsschläge im drohenden Atomkrieg.
Das gilt auch für das in Wiesbaden stationierte 56. Artilleriekommando, dem die Artilleriebrigade in Grafenwöhr unterstellt ist.
Die Mittelstreckenraketen Folgende Waffensysteme sollen in Deutschland stationiert werden:
Hyperschallraketen „Dark Eagle“:
„Long Range Hypersonic Weapon“. Reichweite 2700 – 3000 km, Geschwindigkeit bis 21000 km/h, abgefeuert von einer mobilen Abschussrampe. Der Sprengkopf ist im Endanflug manövrierbar, also schwer abzuschießen. Das System soll 2025 einsatzfähig sein. Voraussichtlicher Stationierungsort ist der Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz. Die dort stationierte Artilleriebrigade der US-Army kann das System bedienen. Stückzahl 16- 24
Systeme Standard Missile 6 (SM 6):
Ebenfalls ein Flugkörper mit ballistischer Flugbahn, Reichweite 1600 km, Geschwindigkeit ca. 6000 km/h. Die „Standard Missile“ wurde zur Bekämpfung von Zielen auf See und zur Abwehr von Flugzeugen und Flugkörpern entwickelt.
Tomahawk Marschflugkörper:
Fliegt parallel zur Erdoberfläche, kann also vom Abwehr- Radar nicht erfasst werden; kann Umwege fliegen und ist mit 900 km/h eher langsam; Reichweiten 1700 – 2500 km. Für SM 6 und Tomahawk sind mobile Abschussrampen (Typ „Typhon“) vorgesehen, die auch per Transportflugzeug kurzfristig nach Osteuropa verlegt werden können. Stückzahl SM 6 und Tomahawk: 32- 48 Systeme.
Alle genannten Systeme sollen nicht mit Atomsprengköpfen bestückt werden.
Warum neue Mittelstreckenraketen?
„Im Ernstfall müssen NATO-Staaten auch selbst angreifen können, zum Beispiel um russische Raketenfähigkeiten zu vernichten, bevor diese NATO-Gebiet angreifen können, und um russische Militärziele zu zerstören, wie Kommandozentralen“ (so sprach Claudia Major, von der „Stiftung Wissenschaft und Politik“) Nach dieser militaristischen Logik muss die russische Militärführung ebenfalls versuchen, präventiv die Waffensysteme in Grafenwöhr zu zerstören. Ein permanenter Alarmzustand – auf beiden Seiten! – wäre die Folge. Die Auslösung eines Atomkrieges wegen einer Fehlwahrnehmung wird wahrscheinlicher.
Bewertung
Wegen ihrer Reichweite, kurzen Flugzeiten, Zielgenauigkeit und Durchschlagskraft sind sie als strategische Waffen zu betrachten. Sie können russische Raketen, Kommandozentralen und Führungseinrichtungen in Moskau und anderswo zerstören. Diese Raketensysteme müssen als Angriffswaffen zum Zwecke der Entwaffnung und Enthauptung Russlands betrachtet werden: Zerstörung von Abwehrsystemen und Führungseinrichtungen. Die Systeme sind unter US-amerikanischer Kontrolle. Deutschland hat kein Mitbestimmungsrecht und wird zur Startrampe für den Atomkrieg.
Mit der Stationierung der Raketen in Deuschland haben die US- Streitkräfte einen strategischen Vorteil gegenüber Russland. Neuer Rüstungswettlauf Die russische Führung wird die Stationierung von neuen Mittelstreckenwaffen in Europa im Zusammenhang mit der umfassenden „Modernisierung“ der US-amerikanischen strategischen Atomwaffen betrachten: Die U-Boot gestützten Raketen werden zielgenauer und mit Atomsprengköpfen mit geringerer Sprengkraft versehen; die US- Air Force will 100 Tarnkappenbomber „B21“ mit jew. 10 Hyperschall-Marschflugkörpern beschaffen; die US- Atombomben in Europa sollen in Zukunft von F-35 Tarnkappenbombern ins Ziel gebracht werden. Diese Waffenprojekte zielen auf die Fähigkeit zur präventiven Entwaffnung des Gegners.
Auch Russland modernisiert seine strategischen Atomwaffen. Im Krieg gegen die Ukraine hat Russland eine neue Mittelstreckenrakete getestet („Oreshnik“). Russische Mittelstreckenwaffen können keine Ziele in den USA erreichen, wohl aber in Deutschland.
Raketen sind Magneten – für andere Raketen! Die Mittelstreckenraketen in Deutschland, wie auch die anderen Militärbasen und Kommandoeinrichtungen der US-Streitkräfte, werden zu wichtigen Angriffszielen im Rahmen des drohenden Atomkrieges.
Alternative: Rüstungskontrolle
Der INF-Vertrag von 1987 hat die Stationierung von landgestützten Raketen von mehr als 500 km Reichweite in Europa verboten. Russland hat seit 2014 atomare Marschflugkörper („Iskander“) mit angeblich mehr als 500 km Reichweite aufgestellt. Die USA haben in Polen und Rumänien Abschussanlagen für SM-6 Flugkörper und Marschflugkörper errichtet. Die USA haben im Jahr 2019 den Vertrag gekündigt. Die Inkraftsetzung des INF-Vertrages wäre ein wichtiger Schritt zur Verhinderung eines neuen Rüstungswettlaufes. Über die Frage der Reichweite der genannten Waffensysteme muss im Rahmen der Vertragsbestimmungen verhandelt werden. ExpertInnen aus neutralen Staaten sollten dabei mitwirken.
Wer will die Raketen?
Bundeskanzler Scholz hat die Absicht der Stationierung im Juni 2024 bekannt gegeben. Nach einem Besuch bei US-Präsident Joe Biden. Die VolksvertreterInnen im Deutschen Bundestag haben über die Aufstellung von neuen Raketen nicht einmal debattiert, geschweige denn diese beschlossen.
Der Trägerkreis der Kundgebung am 30.5. 2026 unterstützt den Berliner Appell: Gegen neue Mittelstreckenwaffen und für eine friedliche Welt
Wir leben im gefährlichsten Jahrzehnt seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Gefahr, in einen atomaren Abgrund zu taumeln oder durch einen konventionellen Krieg umzukommen, ist real. An dieser Weggabelung stehen wir für eine friedliche und solidarische Welt der Gemeinsamen Sicherheit, Solidarität und Nachhaltigkeit für alle Menschen. Wir sagen Nein zur Aufstellung neuer US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland! Die geplanten Hyperschallraketen Dark Eagle steigern die Spannungen und sind insbesondere für Deutschland eine Gefahr, zum Ziel eines Präventivangriffs zu werden. Überdies fördern die geringen Vorwarnzeiten das Risiko von Fehlreaktionen. Die Stationierung wurde ohne jede öffentliche und parlamentarische Diskussion entschieden. Abrüstungsverhandlungen sind nicht vorgesehen. Wir bleiben dabei, Konflikte und Rivalitäten nicht militärisch zu lösen, sondern alles zu tun, Kriege zu vermeiden oder zu beenden. Dieser Aufgabe darf sich niemand entziehen.
